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Optimierte Gebäudenutzung. Welchen Nutzen bringt BIM2FM

Alle reden vom BIM (Building Information Modeling). Auch an der kommenden Swissbau in Basel vom 14. bis 18. Januar 2020 wird die Digitalisierung wieder das Thema sein. Wir gehen der Frage nach: Welchen Nutzen hat BIM wirklich, wenn es um die Optimierung der Gebäudetechnik und die Energieeinsparung geht?

Ein Gebäude verursacht nach der Fertigstellung oft 20-mal mehr Kosten als in der Planungs- und Bauphase. Das grösste Einsparungspotential besteht daher bei der Nutzung und Betreibung. Alle Ausgaben für den Energieverbrauch und die optimale Gebäudetechnik müssen also lange vorher geplant und berechnet werden. Dank BIM ist das möglich. Denn mit BIM2FM-Lösungen lassen sich entscheidende Kosten- und Zeiteinsparungen und eine hohe Steigerung der Rendite erzielen.

Ein Focus an der Swissbau 2020: BIM und FM Auch an der Swissbau 2020 stehen die Themen BIM und Facility Management sowie ganzheitliche Prozessbetrachtungen wieder im Fokus. Ziel ist die Entwicklung neuer unterstützender Arbeitsmittel für einen verlustfreien Informationsfluss. Unter Berücksichtigung der neuen Denk- und Prozessansätze im Zusammenhang mit BIM, geht es dabei um Fragestellungen der digitalen Bauwerksdokumentation oder um digitale Gebäudemodelle für die Bewirtschaftung. Daher müssen im Auftrag und bei der Zusammenarbeit mit dem Bauherrn (Eigentümer/Mieter) auch der Nutzungs- und Betriebsprozesse zu Beginn definiert werden. Dadurch fliessen Anforderungen als Grundlage für die Planung frühzeitig ein. Zentrum des Entwicklungsprozesses ist der digitale Zwilling, der bekanntlich nicht nur die reine dreidimensionale Abbildung eines Gebäudes im virtuellen Raum darstellt. Im digitalen Modell sind neben den Abmessungen, noch detailliertere Informationen über die Bauteile hinterlegt. Hierzu gehören die Beziehungen zu benachbarten Elementen, dann bauphysikalische Eigenschaften wie Wärmedurchlasskoeffizient, Energieeffizienzklassen, Brandschutzklassen, u.v.m. Darüber hinaus beinhalten diese Eigenschaften, auch Properties genannt, u.U. sogar die Bezugsquelle, die Lieferzeit und den Listenpreis der notwendigen Ersatzteile. Im Falle einer technischen Störung kann man diese Fakten einfach abfragen oder sie werden in der digitalen Störungsmeldung gleich mitgeliefert. Für das FM bieten diese Möglichkeiten eine enorme Erleichterung und Einsparung von Zeit und Kosten.

Spätere Kostenentwicklung lässt sich vorab simulieren Die Entwicklung der zukünftigen Kosten wird so von Anfang minimiert. Es lassen sich z.B. aufgrund der Dämmeigenschaften und der Heizleistungen und Belüftungsdaten, die Raumtemperatur zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten vorausberechnen und somit auch die Energiekosten. Oder umgekehrt: Das gewünschte Raumklima und die Vorgabe „minimale Energiekosten und minimaler Co2-Aussstoss“, erlauben es, alle weiteren erforderlichen Parameter vorab entsprechend zu definieren. Den gesamten Unterhalt und selbst den Rückbau könnte man vorausplanen und -berechnen noch bevor der Grundstein gelegt wurde. Somit beschreibt das Digitale Modell nicht nur den Aufbau, sondern liefert vor allem die Grundlage für die Simulation des späteren – viel kostenintensiveren– Ablaufs.

Ein Beispiel: Building Tracker generiert Simulation im laufenden Betrieb Auf der Internetseite der Swissbau wird hierzu folgendes Beispiel beschrieben: Der Gebäudesimulator IDA Indoor Climate and Energy (IDA ICE) vom schwedischen Anbieter EQUA lässt den Nutzer bereits in der frühen Planungsphase in die erweiterte virtuelle Realität des künftigen Gebäudebetriebs eintauchen. Damit sind schon vor den relevanten Entscheiden die Kosten verschiedener Ausführungsoptionen und ihrer Kombinationen bekannt. Der EQUA Building Tracker kalibriert das Digitale Modell selbstständig anhand via Cloud übermittelter Messdaten und macht den Zwilling fortlaufend deckungsgleich mit dem Gebäude. Der Building Tracker verfügt über hunderttausende virtuelle Sensoren und liefert Informationen über den Gebäudezustand, die sonst nur durch teure Messungen ermittelt werden könnten.

Die Gebäude- und Workflowdokumentation mit BIM Die Arbeit und die Entscheidungen von Liegenschaftsverwaltungen oder Facility-Managern beruht oft noch immer auf Datenbanken, die nur graphische Informationen beinhalten. Dabei könnten CAFM-Programme (Computer Aided Facility Management) längst alle wichtigen Fakten als eigene Untergruppe aus dem BIM-Modell beziehen. Mit Systemen wie z.B. Autodesk Revit ist es längst möglich, weitere Technologien mit BIM zu vernetzen. Konkret: Dank dem relativ offenen Systemcode der BIM Software, lassen sich die Gebäudesensorik und die Gebäudeleittechnik von Anfang an in das gesamte BIM Konzept integrieren. Somit ist eine umfassende Gebäude- und Workflowdokumentation mittels BIM möglich. Das digital geplante Gebäudemodell wird damit zur „Echtzeit-basierten Steuer-, Mess- und Regelzentrale“, die den gesamten Lebenszyklus technisch und wirtschaftlich optimiert.

CAFM und BIM lassen sich problemlos kombinieren Einer der führenden Anbieter für BIM-kompatible Softwareprodukte für die Immobilienwirtschaft, ist das deutsche Unternehmen eTask mit Sitz in Köln. Der Geschäftsführer Klaus Aengenvoort fasst den Kundennutzen wie folgt zusammen: „Wir ermöglichen unseren Kunden aus Wirtschaft und Öffentlicher Verwaltung eine sichere und zielführende Investition in die Digitalisierung der Immobilienprozesse. Alle eTASK Produkte sind miteinander kombinierbar. Da die Datenhaltung in der CAFM-Lösung stets nach den internationalen BIM Standards erfolgt, funktioniert der Import- und Export von Bestandsdaten mit kompatibler Objektmanagement Software anderer Hersteller verlustfrei und unkompliziert. Auch an der Swissbau in Basel präsentieren sich 2020 wieder zahlreiche neue Anbieter von BIM-Lösungen, die sich dem gesamten Lebenszyklus einer Immobilie widmen. Ein Besuch lohnt sich.
Alle reden vom BIM (Building Information Modeling). Auch an der kommenden Swissbau in Basel vom 14. bis 18. Januar 2020 wird die Digitalisierung wieder das Thema sein. Wir gehen der Frage nach: Welchen Nutzen hat BIM wirklich, wenn es um die Optimierung der Gebäudetechnik und die Energieeinsparung geht?

Ein Gebäude verursacht nach der Fertigstellung oft 20-mal mehr Kosten als...
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1 Robert Schütz

BIM-Profil? Klassifikations-Bibliothek? Katalog? – Unterschiede kompakt erklärt

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von BIM-Profilen, Klassifikationen und Katalogen sprechen? Diese kompakte Einführung in den CAFM-Connect Content liefert die Antworten.

Ein BIM-Profil stellt zunächst eine Sammlung notwendiger Merkmale (Infomationen) dar, welche notwendig sind um einen konkreten BIM-Anwendungsfall vollständig durchführen zu können oder zu beschreiben. Benutzen Sie ein BIM-Profil, gibt Ihnen das Profil Merkmale aus einer oder mehreren Klassifikationen an, welche notwendig sind um diese Maßnahme durchführen zu können.

Eine Klassifikation stellt dabei eine Sammlung von Elementen dar, welche sich über mindestens eine gemeinsame Eigenschaft klassifizieren lassen. Bsp:

Die Klassifikation DIN 276 klassifiziert Bauteiltypen auf Basis der DIN 276 nach Kostengruppen. Die Klassifikation DIN 277 klassifiziert Bauteiltypen auf Basis der DIN 277 nach Räumen und Nutzungsarten.


Kataloge sind Merkmalssammlungen zu klassifizierten Objekten. Der CAFM-Connect Gesamtkatalog, welcher auch als Profil verfügbar ist enthält alle zu Bauteilen zugewiesenen Merkmale klassifiziert nach der DIN 276 und abgeglichen auf die IFC, sowie die Räume nach der DIN 277 und Dokumententypen nach der GEFMA 198.


Hier ein Beispiel, um das Ganze einmal zu verdeutlichen:

Das BIM-Profil „Türen inspizieren und warten“ enhält vier Türen-Bauteiltypen (334.10 Außentür; 334.20 Tor außen), klassifiziert nach der DIN 276 und mit den zugewiesenen Merkmalen aus dem CAFM-Connect Katalog (+x), welche für die Wartung und Inspektion notwendig sind. (nicht alle aus dem Gesamtkatalog sondern nur diejenigen, welche für das Profil relevant sind) Darüberhinaus enthält das Profil auch die Räume und Nutzungsarten aus der DIN 277. Der Nutzer ist, mit denen im Profil angegebenen Informationen in der Lage, seine Türen diffenziert zu erfassen und auszugeben.

Soll in einem Bürogebäude im Rahmen der Betreiberverantwortlichkeit eine gesetzliche Wartung aller Fluchttüren (Merkmal Fluchtfunktion = ja/nein) erfolgen, oder sind alle Türen zu sanitären Räumen (7.1 Sanitärräume) besonders zu reinigen, so sind diese Informationen mit dem BIM-Profil „Türen inspizieren und warten“ einfach darstellbar.

Auf www.cafm-connect.org können Sie sich kostenlos den CAFM-Connect Editor und dazu gehörige BIM-Profile downloaden.
Was meinen wir eigentlich, wenn wir von BIM-Profilen, Klassifikationen und Katalogen sprechen? Diese kompakte Einführung in den CAFM-Connect Content liefert die Antworten.

Ein BIM-Profil stellt zunächst eine Sammlung notwendiger Merkmale (Infomationen) dar, welche notwendig sind um einen konkreten BIM-Anwendungsfall vollständig durchführen zu können oder zu beschreiben....
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2 Cornelius Homann Robert Schütz

BIM2FM: Für Vordenker.

Für Vordenker

Nicht die Planungs- und Bauphase verschlingt das meiste Geld. Auf die Lebensdauer gerechnet, besteht das grösste Einsparungspotential bei der Nutzung. Vorausschauend Planen macht sich daher bezahlt.

(Text) Robert Schütz (bautalk.com)

Bei der Immobilienplanung beginnt alles mit der ersten Idee. Das Ziel ist die langfristig gute Rendite. Die Verantwortlichen konzentrieren sich dabei meist nur auf die Budgetierung und die Terminierung der Planungs- und Bauphase. Im Rahmen der BIM-Planungsmethode lassen sich diese Ziele heute theoretisch einfach erfüllen. So entsteht das perfekte digitale Modell für die perfekte Immobilie– sollte man meinen. Doch sind damit alle Fragen für die Zukunft geklärt? Sicher nicht, denn jedes Gebäude verursacht nach der Fertigstellung oft 20-mal mehr Kosten. Im Zeitraum der Nutzung besteht folglich das grösste Einsparungspotential. Warum denken also viele beim Stichwort „BIM“ nur an die Planungs- und Bauphase? Vordenken ist hier gefragt.

Die Nutzungsphase ist Teil der Gesamtplanung, von Anfang an Auch bei uns in der Schweiz wird BIM von Architekten und Planern leider noch zu oft als reine Planungs- und Ausführungsmethode verstanden und im besten Fall zur Planungsdokumentation genutzt. Was BIM jedoch ausmacht, ist die umfassende Prozess- und Kostenoptimierung, die sich über den gesamten Lebenszyklus erstreckt. Frau Daniela Brühwiler vom Internationalen Berufsverband Facility Management Schweiz (IFMA) betont: „Eine Optimierung der Lebenszykluskosten beginnt in der ersten Bau-Planungsphase. Im Auftrag und bei der Zusammenarbeit mit dem Bauherrn (Eigentümer/Mieter) werden Nutzungs- und Betriebsprozesse zu Beginn definiert. Dadurch fliessen Anforderungen als Grundlage für die Planung frühzeitig ein. Dies wirkt sich für alle Parteien positiv aus.“ Welche Bedeutung das Zusammenspiel von BIM und FM für Unternehmen hat, beschreibt auch Alexander Muhm, Leiter Development bei SBB Immobilien, er sagt im Zusammenhang mit dem Bau des Letziturm Zürich: „Selbstverständlich ist für uns auch die Planung und Errichtung der Gebäude wichtig. Aber die ist in maximal zehn Jahren abgeschlossen. Danach geht es vierzig Jahre lang in eine Bewirtschaftung und die ist für uns relevant...“ Zentrum des Entwicklungsprozesses ist auch hier der digitale Zwilling, der bekanntlich nicht nur die reine dreidimensionale Abbildung eines Gebäudes im virtuellen Raum darstellt. Im digitalen Model sind neben den Abmessungen, noch detailliertere Informationen über die Bauteile hinterlegt. Hierzu gehören die Beziehungen zu benachbarten Elementen, dann bauphysikalische Eigenschaften wie Wärmedurchlasskoeffizient, Energieeffizienzklassen, Brandschutzklassen, u.v.m. Darüber hinaus beinhalten diese Eigenschaften, auch Properties genannt, u.U. sogar die Bezugsquelle, die Lieferzeit und den Listenpreis der notwendigen Ersatzteile. Im Falle einer technischen Störung kann man diese Fakten einfach abfragen oder sie werden in der digitalen Störungsmeldung gleich mitgeliefert.

Spätere Kosten lassen sich vorab simulieren

Klug ist es daher, die zukünftige Entwicklung der Kosten von Anfang an zu minimieren. So lassen sich z.B. aufgrund der Dämmeigenschaften, und der Heizleistungen und Belüftungsdaten, die Raumtemperatur zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten vorausberechnen und somit auch die Energiekosten. Oder umgekehrt: Das gewünschte Raumklima und die Vorgabe „minimale Energiekosten und minimaler Co2-Aussstoss, erlauben es, alle weiteren erforderlichen Parameter vorab entsprechend zu definieren. Den gesamten Unterhalt und selbst den Rückbau könnte man vorausplanen und -berechnen noch bevor der Grundstein gelegt wurde. Somit beschreibt das Digitale Model nicht nur den Aufbau, sondern liefert vor allem die Grundlage für die Simulation des späteren – viel kostenintensiveren– Ablaufs.

Die Gebäude- und Workflowdokumentation mit BIM Die Arbeit und die Entscheidungen von Liegenschaftsverwaltungen oder Facility-Managern beruht oft noch immer auf Datenbanken, die nur graphische Informationen beinhalten. Dabei könnten CAFM-Programme (Computer Aided Facility Management) längst alle wichtigen Fakten als eigene Untergruppe aus dem BIM-Modell beziehen. Mit Systemen wie z.B. Autodesk Revit ist es längst möglich, weitere Technologien mit BIM zu vernetzen. Konkret: Dank dem relativ offenen Systemcode der BIM Software, lassen sich die Gebäudesensorik und die Gebäudeleittechnik von Anfang an in das gesamte BIM Konzept integrieren. Somit ist eine umfassende Gebäude- und Workflowdokumentation mittels BIM möglich. Das digital geplante Gebäudemodell wird damit zur „Echtzeit-basierten Steuer-, Mess- und Regelzentrale“, die den gesamten Lebenszyklus technisch und wirtschaftlich optimiert. Noch fehlt für das virtuelle Gebäudemodell (LIM) ein standardisierter betrieblicher relevanter Datenfeldkatalog. „Bauen Digital Schweiz“ erarbeitet hierzu aktuell ein prozessbezogenes Verzeichnis (FM) mit Bezug auf Raum- und Bauteilstrukturen. Nach Abschluss dieses Projektes, das von vielen Projektpartnern und -teilnehmern unterstützt wurde, soll zusammen mit BdCH, IFMA und CRB über die weitere Pflege diskutiert werden, damit der Katalog dem Bauherren für das einfache Bestellen zur Verfügung steht. Es ist also bereits einiges in Planung um langfristig den gesamten Lebenszyklus komplett einzubinden. So lässt sich die Rentabilität von Immobilien weiter steigern. Sie ist der anhaltende Lohn für das perfekte Zusammenspiel von BIM und FM. Vordenken macht sich also langfristig immer bezahlt.



http://www.bautalk.ch/wp-content/uploads/2018/09/Digital_Bauen_2018_low.pdf
Für Vordenker

Nicht die Planungs- und Bauphase verschlingt das meiste Geld. Auf die Lebensdauer gerechnet, besteht das grösste Einsparungspotential bei der Nutzung. Vorausschauend Planen macht sich daher bezahlt.

(Text) Robert Schütz (bautalk.com)

Bei der Immobilienplanung beginnt alles mit der ersten Idee. Das Ziel ist die langfristig gute Rendite. Die Verantwortlichen...
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1 Jan Heukrodt

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4 Jan Heukrodt Cornelius Homann Emanuel Homann Robert Schütz

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